KÖ-BOGEN II  |  Ingenhoven-Tal  |  Stadtmitte

KÖ-BOGEN II  Ingenhoven-Tal  Stadtmitte Foto Centrum Cadman
KÖ-BOGEN II | Ingenhoven-Tal | Stadtmitte | © 2017 Centrum Cadman

Es sollen zwei Gebäude zwischen Schadowstraße und Gustaf-Gründgens-Platzes entstehen.

 

Eine gläserne Markt-Gastronomie-Halle vor dem Dreischeibenhaus und ein Gebäuderiegel entlang der Schadowstraße mit einer abgeschrägten Fassade zum Entrée des Platzes, damit die Sichtachse auf das Denkmalgeschützte Schauspielhaus frei bleibt.

Kö-Bogen II: Baustart wohl erst im April

 

Der Zeitplan für Teil II von Düsseldorfs großem Bauprojekt ist nicht zu halten. Ein Baubeginn im Januar gilt inzwischen als unmöglich. Aus einem internen Papier zum Verkauf des Gründgens-Platzes geht hervor, dass Oberbürgermeister Thomas Geisel den Investoren bei den Nachverhandlungen weit entgegengekommen ist.

 

Einen Tag vor der Ratssitzung war der Plenarsaal bereits am Mittwochnachmittag von der Politik restlos belegt: Gleich drei Fachausschüsse (Planung, Wirtschaft, Umwelt) und die zuständige Bezirksvertretung 1 tagten gemeinsam. Und auf der Tagesordnung stand neben Formalien nur ein Thema: das Projekt Kö-Bogen II mit einer Randbebauung des Gustaf-Gründens-Platzes und die in solchen Verfahren vorgeschriebene Offenlegung der Pläne.

 

Eine Debatte blieb trotz der großen Besetzung im öffentlichen Teil aus - es gab eine breite Mehrheit aus CDU, SPD und FDP. Klar wurde aber, dass der vorgesehene Zeitplan nicht zu halten ist. "Ein Baubeginn im Januar ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern unmöglich", sagte der Beigeordnete Stephan Keller auf Nachfrage von FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

 

Zwar wolle die Stadt das Großprojekt vorantreiben, es gelte jedoch, die Rechte und Interessen der Stadt gegenüber den Investoren in einem städtebaulichen Vertrag festzulegen. Den im Detail auszuarbeiten, kostet Zeit. "Denn die Bagger rollen erst an, wenn die städtischen Interessen gewahrt sind", versicherte Keller. Einen konkreten Starttermin nannte er nicht. Im Rathaus geht man aber davon aus, dass vor April nicht damit zu rechnen ist.

 

Zu den Punkten, die vertraglich festgelegt werden sollen, gehört eine Fassadenbegrünung, die wirklich funktioniert. Vorgesehen sind Hainbuchhecken an den terrassierten Seiten des 26 Meter hohen, trapezförmigen Hauptgebäudes, das am Platzrand zur Schadowstraße entstehen soll. Das Dach wie auch das dreieckige Dach des Gastronomie-Pavillons am Jan-Wellem-Platz soll mit Rasen begrünt werden. "Falls es nicht funktioniert, muss eine Vertragsstrafe fällig werden", betonte Strack-Zimmermann.

 

Auch das Recht der Stadt, die öffentliche Fläche, also das, was nach der Bebauung vom Gründgens-Platz übrig bleibt, zu nutzen. Das ist nötig, weil Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) den Investoren nicht nur eine städtische Teilfläche, sondern den gesamten Platz verkaufen will. Bisher war nur eine Nutzung über Erbbaurecht vorgesehen. Die Investoren (die Centrum Grundstücksgesellschaft mbH und die Futura Capitalis GmbH) wollen auch die Tiefgarage unter dem Platz abreißen und neu bauen.

Die Geschichte des Kö-Bogens

 

Der Gesamtverkauf des Platzes gehört zu den Nachverhandlungen, die Geisel zum Verkaufspreis geführt hatte. Nun sollen in zwei Tranchen 70 Millionen statt der ursprünglich 35 Millionen Euro fließen. Doch das Eckpunktepapier, das die Basis für den städtebaulichen Vertrag sein soll und im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung diskutiert wurde, zeigt, wie weit Geisel den Investoren beim Nachverhandeln entgegengekommen ist. Die Investoren tragen demnach nur für die Hoch- und Tiefbauten die Kosten und das Risiko. Die Stadt übernimmt alles andere: Verlegen der Ver- und Entsorgungsleitungen, das Verlängern von Kanälen, den Abriss (und gegebenenfalls das Einlagern) der denkmalgeschützten Mauerelemente am Rand des Platzes, die Neugestaltung des Platzes. Und: Die Investoren müssen keinen Fertigstellungstermin garantieren oder Kosten tragen, die durch entsprechende Vereinbarungen von Stadt und Land mit dem benachbarten Schauspielhaus entstehen. Wann das Theater wieder einziehen kann, ist also ungewiss.

 

rponline © 2015



KÖ-Bogen - Zweiten Bauabschnitt

 

Im zweiten Bauabschnitt wurde die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen.

 

Die Hochstraße wird durch eine Tunnelanlage mit gleichem Verlauf ersetzt. Die Fertigstellung soll im Laufe des Jahres 2015 abgeschlossen werden. Der städtebauliche Siegerentwurf von Molestina Architekten und FSWLA aus dem Jahr 2009 sieht anschließend vor, dass die Gebäude der sogenannten Tuchtinsel abgerissen werden und durch ein kleines Hochhaus im Süden und ein Gebäude mit in der Umgebung üblicher Traufhöhe im Norden ersetzt werden.

 

Auf Eigeninitiative hat der Architekt Caspar Schmitz-Morkramer mit Kollegen die Idee einer Markthalle entwickelt und in der Form einer Computergrafik vorgestellt. Die Düsseldorfer FDP zählt nach einer Mitgliederdebatte zu den Befürwortern der Markthalle, sofern dafür eine „filigrane Architektur“ (Marie-Agnes Strack-Zimmermann) gefunden wird. Die Düsseldorfer Jonges dagegen legen ihren Schwerpunkt darauf, dass das Baufeld 4 mit Rücksicht auf das Dreischeibenhaus von Gebäuden freigehalten wird.

© Wikipedia

Kö-Bogen II: So könnte er aussehen


Am Donnerstag Abend (06.03.2014) haben Stadt und Architektenbüros ihre Entwürfe für den zweiten Teil des Kö-Bogens vorgestellt. Wir zeigen Ihnen, was die einzelnen Pläne genau vorsehen – und wie der Bereich rund um Dreischeiben- und Schauspielhaus einmal aussehen könnte. Die Entwürfe sind auch im Kö-Bogen-Pavillon am Corneliusplatz öffentlich ausgestellt.


Entwurf vom Architekten Ingenhoven

Entwurf Christoph Ingenhoven

Der Düsseldorfer Star-Architekt macht es schräg. Vor das Dreischeibenhaus setzt er ein Gebäude, auf das man vom Boden aus laufen kann. Das Dach soll mit Rasen ausgestattet werden und als Liegefläche dienen. Im Inneren könnte eine gastronomische Markthalle einziehen. Zweiter Hingucker des Entwurfes ist das Gebäude an der Schadowstraße. Die Fassade soll Richtung Schauspielhaus treppenartig begrünt werden.


Entwurf von Molestina

Entwurf Molestina/Fenner

Vor das Dreischeibenhaus setzen sie eine Markthalle mit verschieden langen Seiten. An die Schadowstraße kommt - wie bei eigentlich allen Entwürfen - ein langer Gebäudeblock für Geschäfte, Büros und auch Wohnungen. Durch die Gebäude entstehen zwei Plätze: Der Gustaf-Gründgens-Platz - er soll begrünt werden und kleine Wasserinseln bekommen. Dort, wo man früher unter dem Tausendfüßler durch lief, entsteht der neue Jan-Wellem-Platz (hier im Vordergrund zu sehen) mit Bäumen und Gastronomie.


Entwurf von Snøhetta

Entwurf Snøhetta

Das Büro hat bewusst keine konkrete Architektur vor gegeben - klar ist für sie, dass Dreischeiben- und Schauspielhaus nicht noch mit einem neuen spektakulären Gebäude abgewertet werden sollen. Ob die Fläche vor dem Dreischeibenhaus bebaut werden soll, wird offen gelassen. Die Diskussion darüber soll weiter laufen.


Entwurf von Mercado

Entwurf Mercado

Die Initiative Mercado hat ebenfalls freiwillig einen Entwurf gestaltet. Er ist inspiriert von dem Mercado de San Miguel in Madrid. Die Initiative will eine zweistöckige, transparente Markthalle - zum Einkaufen, aber auch zum Essen und Trinken. Im oberen Stock sollen Events laufen können.


Entwurf von HPP

Entwurf HPP

Nicht offiziell von der Stadt bestellt, aber viel beachtet: Der Entwurf von HPP, den Architekten des Dreischeibenhauses. Sie wollen ihr Gebäude inszenieren. Deshalb lassen sie den Bereich davor frei. Der Gustaf-Gründgens-Platz soll mit einem Lichtspiel attraktiver werden. Das von der Politik gewünschte Markthallen-Konzept kann HPP sich auch in dem Gebäude an der Schadowstraße vorstellen.


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